Ausstellung ab 1. Dezember im Rangfoyer des Theater am Goetheplatz
„Träume nicht“ wurde Walther Kahl in Kinderjahren als Ratschlag mit auf den Weg gegeben. Schon als Fünfjähriger wollte er Maler werden, weil ihn der Unterschied zwischen der real erfahrbaren Welt und den Bildern in seinem Kopf quälte. Dann entdeckt er Reproduktionen von Gemälden ohne diesen Widerspruch und entscheidet sich Künstler zu werden. Heute sagt er von sich: „Bin weitgehend das Kind geblieben, ein Flegel, der aber schließlich doch eine Disziplin gelernt hat. Die Malerei.“ Der 1948 geborene Künstler studierte bei Rudolph Hausner an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Walther Kahls Werke wurden bisher nicht nur national in Hamburg, Bremen und Hannover präsentiert, sondern auch international in Belgien und Dänemark.
Der Titel der Ausstellung „Stain’ Alive“ ist im Doppelsinn zu verstehen – stain, der Fleck – aus dem die Malerei sich aufbaut und ebenso die Anmutung der Bilder, in denen „konstruierte“ Flecke wirken, wie lebende Zellstrukturen, die gleichzeitig auch auf Figuratives anspielen. In seinem jüngsten Bildzyklus „Vogel und Weizenkorn“ sind menschliche und tierähnliche Figuren zu sehen.
Die Ausstellung „Stain’ Alive“ von Walther Kahl ist bereits die fünfte Ausstellung der Theatergalerie Bremen.
Der Eintritt ist frei. Geöffnet ist Theatergalerie Bremen dienstags bis samstags von 12 bis 17.30 Uhr oder nach Vereinbarung. Führungen durch die Ausstellung mit der Kuratorin Annette Schneider finden an jedem ersten Samstag im Monat um 14 Uhr statt – Treffpunkt Kassenhalle des Theater Bremen
Museum für Konkrete Kunst
Der Konstruktivismus hat das Bild der Moderne stärker geprägt als jede andere Kunstrichtung des 20. Jahrhunderts. Nie standen bildende Kunst, Architektur, Typographie und Produktdesign in einer engeren Beziehung zueinander und haben sich gegenseitig stärker beeinflusst – so konnten die künstlerischen Ideen der 20er Jahre unmittelbar Eingang in die moderne Lebenswelt finden.
Die Ausstellung „Bauhausstil oder Konstruktivismus?“ im Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt stellt dieses Phänomen erstmals vor dem Hintergrund der wichtigsten deutschen Schauplätze, an denen diese Entwicklung stattfand, umfangreich vor. Sie präsentiert Werke der wegweisenden Künstler, Gestalter und Architekten der 20er Jahre, etwa von Kurt Schwitters, El Lissitzky, Wassily Kandinsky, Mies van der Rohe, Marcel Breuer, Jan Tschichold oder Willi Baumeister.
Nachdem die konstruktivistische Kunst zu Beginn des Jahrhunderts in den Niederlanden (‚De Stijl’) und in Russland (Suprematisten und Konstruktivisten um Kasimir Malewitsch und El Lissitzky) ihren Anfang genommen hatte, erfuhr sie in den 20er Jahren in Deutschland ihre entscheidende Fortentwicklung. Hier trafen Künstler aus verschiedenen Teilen Europas zusammen, um gemeinsam am ästhetischen Projekt der Moderne zu arbeiten. So haben etwa El Lissitzky, der Ungar László Moholy-Nagy und der Niederländer Theo van Doesburg für längere Zeit in Deutschland gewirkt.
Die bekannteste Institution der Moderne ist sicherlich das Bauhaus, das in der allgemeinen Wahrnehmung am nachhaltigsten mit fortschrittlichem Design und moderner Architektur verbunden wird – sowohl heute als auch bereits in den 20er Jahren. Doch auch in anderen Städten wurden bedeutende Meilensteine für die Entwicklung der modernen Gestaltung gesetzt.
Berlin kam hierbei die Rolle des wichtigsten Sammelbeckens zu, in dem viele Künstler erstmals zusammentrafen. Aber auch die Weißenhofsiedlung in Stuttgart, das Projekt Das Neue Frankfurt sowie die Künstlergruppe die abstrakten hannover und die Grafikervereinigung ring neue werbegestalter in Hannover waren bestimmend für die Ästhetik der Moderne. Auffällig sind hierbei der enge Austausch, der zwischen diesen Zentren stattfand, und die enge Zusammenarbeit der Künstler untereinander.
In Ingolstadt werden Arbeiten der wichtigsten konstruktivistischen Künstler der 20er Jahre wegweisenden Werken aus dem Bereich der angewandten Kunst gegenübergestellt. Produktdesign, Typographie und Architektur werden so in den Kontext der bildenden Kunst eingebunden, wodurch die gegenseitigen Einflüsse offensichtlich werden. Angesichts des bevorstehenden Jubiläumsjahres des Bauhauses 2009 soll die Ausstellung zeigen, dass nicht nur am Bauhaus, sondern auch an anderen Orten und Institutionen ebenso entscheidende und für die Gestaltung der modernen Lebenswelt teilweise entscheidendere Entwicklungen stattgefunden haben.
Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog im Wienand Verlag.
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12.10.2008 - Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt

Dorothea Niggemeier
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